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Halbzeittagung der Oberligavereine

Nur TuS Mechtersheim will sich nicht „wehren“

Fussball: Aufstieg Thema bei Oberliga-Staffeltagung

Von Christian Hamm
 
Die Angst vorm Abstieg geht beim halben Ligafeld um. Indes jagt auch der Gedanke an den Sprung nach oben fast allen Kandidaten Furcht ein. Nur Neuling TuS Mechtersheim will keine ernsthafte Gegenwehr leisten, sollte das Team sportlich den Durchmarsch schaffen. Dass sich beinahe kein Verein ins Abenteuer Fußball-Regionalliga stürzten will, ist am Mittwochabend deutlich geworden. Aufs Tapet kam das Thema bei der Staffeltagung der Oberliga Rheinland-Pfalz-Saarland.
Zur Angst ums sportliche Überleben gesellt sich die Sorge ums finanzielle Bestehen in einer Klasse, die nur wenige Zuschauer zieht und in deren Dunstkreis Sponsoren immer rarer gesät sind. Alles andere als eitel Sonnenschein herrschte denn auch am trüben Mittwochabend im Eppelborner Stadtteil Wiesbach. Im Sportheim der Hertha erledigten die Klub-Repräsentanten die üblichen organisatorischen Aufgaben – und äußerten auch Sorge um die Zukunft der Klasse.Die Hälfte der 18 Teams muss vorm Auftakt der 15 Spieltage umfassenden Restsaison den Blick nach unten richten. Fünf könnte es treffen: Weil eine Etage höher Zuwachs aus der Dritten Liga droht, Mainz 05 II und SV Wehen-Wiesbaden heiße Kandidaten für die Regionalliga Südwest seien, müssen bis zu sechs Vereine die auf 19 aufgestockte vierthöchste Klasse verlassen, verdeutlichte Oberliga-Staffelleiter Hans Bernd Hemmler. Da FCK II, Eintracht Trier und der FK Pirmasens gefährdet seien, drohen auch in eigener Umgebung mehr Absteiger als üblich. Mehr als fünf aber wird es laut Hemmler nicht geben, zur Not werde die Oberliga aufgestockt.
Die Oberligisten allerdings verspüren fast durch die Bank wenig Lust, das finanzielle wie sportliche Wagnis Regionalliga anzupacken. „Wir würden uns nicht wehren“, bestätigte auf Anfrage nur Mechtersheims Sportdirektor Dieter Demmerle: Sollte sich dem auf Rang zwei notierten Neuling die Chance eröffnen, wolle die Clubspitze dem Überraschungs-Team und Coach Manfred Schmitt die Tür nach oben nicht versperren. „Klares Jein“, sagte gestern Manuel von Vultejus, Fußball-Abteilungsleiter bei Schott Mainz, zur Frage, ob der Tabellenführer für die Regionalliga melde: „Wir prüfen noch.“ Alle anderen winken ab. „Wir müssen nach unten schauen. Aber selbst wenn wir oben wären – ist nicht machbar“, sagte SC Hauensteins Sportlicher Leiter Heiko Magin. Möglich, dass der Meister nicht für die Regionalliga meldet, möglich auch, dass die Relegation ohne Südwest-Beteiligung steigt.
Die Spiele der Liga verfolgten im Vorrundenschnitt 231 zahlende Zuschauer. In der Runde zuvor hatte vor allem die TuS Koblenz das Mittel auf 290 geschraubt, 2014/2015 waren es laut Hemmler 241. Das Interesse sinkt weiter. Da verwunderte kaum, dass Martin Bach, Vorsitzender bei Borussia Neunkirchen, eine Frage formulierte, die alle beschäftigt: „Wie stellt man sich die Zukunft dieser Oberliga vor?“ Eine Antwort darauf konnten auch die drei Verbandschefs des Regionalverbands Südwest nicht finden. Immerhin: Hans-Dieter Drewitz (SWFV), Walter Desch (Rheinland) und Franz-Josef Schumann (Saarland) waren allesamt zur Rückenstärkung nach Wiesbach gereist.

Quelle
Ausgabe
Die Rheinpfalz - Pirmasenser Rundschau - Nr. 29
Datum
Freitag, den 3. Februar 2017
Seite
11

written by SCH, on 03.02.2017 at 07:00 h.




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